Read Wer ist der Mensch?: Skizzen zur Anthropologie by Karol Wojtyla Online

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Jedes Denken und jede Erkenntnis lebt aus einem staunenden Ursprung F r Karol Wojtyla Johannes Paul II 1920 2005 war dieser Ursprung der Mensch Von seinem philosophischen Werk hat er gesagt, es sei aus dem Staunen vor dem Menschen geboren Von der ersten bis zur letzten Seite kreisen seine Schriften um den Menschen in der Einzigartigkeit seiner Existenz, in der Einmaligkeit seines Ursprungs und in der Unvertretbarkeit seiner Aufgabe und seines Ziels Die philosophischen Aufs tze dieses Bandes, die fast alle zum ersten Mal in deutscher Sprache erscheinen, wollen mit den denkerischen Grundlagen des Papstes bekannt machen Sie laden dazu ein, das Denken Karol Wojtylas aus dessen staunenden Urspr ngen zu verstehen und seiner Grundfrage nachzugehen, der Frage Wer ist der Mensch Schl sseltexte ber den Menschen, das Hauptthema von Johannes Paul II Texte fast alle erstmals in deutscher Sprache Mit einer Einf hrung in das Denken von Karol Wojty a...

Title : Wer ist der Mensch?: Skizzen zur Anthropologie
Author :
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ISBN : 3942013061
ISBN13 : 978-3942013062
Format Type : Kindle Edition
Language : Deutsch
Publisher : Pneuma Verlag Auflage 1 5 April 2011
Number of Pages : 224 Seiten
File Size : 678 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Wer ist der Mensch?: Skizzen zur Anthropologie Reviews

  • Martin Kasperzyk
    2019-03-17 08:45

    Ein Geheimnis ist der Mensch – sich selbst und anderen. Wer ist der Mensch? Wer bin ich selbst und wie kann ich den Anderen, wie er mir täglich begegnet, in seinem Wesen und Kern verstehen? Diese große Frage löst das begeisternde Staunen im Denken Karol Wojtylas aus. Es ist seine Ansicht, dass ein umfassendes Verständnis des Menschen nur über die Analyse der menschlichen praxis, genauer der menschlichen Tat – und nicht etwa durch einen theoretischen Zugang - gelingt.Dabei geht Wojtyla von einer Grundeinsicht des Thomismus aus, nämlich dem „Operari sequitur esse“ – das Handeln folgt dem Sein. Die menschliche Tat kommt nicht aus dem Nichts über den Menschen, sondern wird durch die spezifische Transzendenz des Menschen konstituiert. Jeder Mensch erstrebt im Handeln Werte oder lehnt sie ab; und diese Werte sind im Gewissen, dem Ort des Werterlebens, der Selbstverpflichtung und Verantwortung verortet.In der Tat ist ein „Moment des Absoluten“, ein kategorischer Imperativ durchaus im Kantischen Sinne enthalten: der Vollzug seiner selbst in der Tat geschieht auf der Grundlage der im Gewissen vorhandenen Absolutheit des Guten. Im Gewissen erhebt sich die Stimme der Wahrheit als Quelle einer moralischen, kategorischen Verpflichtung. Um Gutes zu tun, muss sich der Mensch im Gewissen auf das wahre Gute hin überschreiten, also transzendieren.Nur der Mensch hat diese Freiheit des Willens zum Guten und kann sich durch die Tat selbst bestimmen. Er transzendiert sich durch die Tat nicht nur, sondern konstituiert sich. Der Begriff der Subjektivität erhält eine eigentümliche Innerlichkeit des Handelns und Seins, ein „In-sich-Sein“. Das Ich ist nicht nur Selbstbewußtsein, sondern es ist zugleich Selbst-Besitz und Selbst-Beherrschung. Das Handeln ist auch abhängig von der Existenz des Menschen. Der Mensch kann nur danach handeln, wer er ist und wie er ist. Die Tat bestimmt den Menschen und der Mensch wiederum konstituiert sich in der Tat.Die Tat hat ein transitives und ein intransitives Profil, insofern sie sich auf Objekte bezieht, aber auch auf den handelnden Menschen selbst. Der gut handelnde Mensch wird selbst gut.Entscheidend ist für den Autor dieses intransitive Element, nicht was der Mensch in unserer modernen Gesellschaft leistet und erschafft, sondern wie er sich selbst erschafft. Wer sich nur auf die materialen Objektivierungen des Handelns konzentriert, verliert die menschliche Perspektive, das Element der menschlichen Selbstverwirklichung. In dieser bringt sich der Mensch selbst zum Ausdruck im Handeln, er gestaltet sich selbst, er erschafft sich, er setzt sich in Fülle. Das intransitive Moment ist es, was den Wert des Menschen ausmacht, es stellt zugleich die wesentliche menschliche Qualität des Handelns dar. Durch das Intrinsische der Tat und eben nicht durch die hergestellten Produkte wird die Welt zu einem menschlichen Ort gemacht.Wojtyla kann mit diesen Grundgedanken dann konsequent die moderne Produktionswelt kritisieren. Die Schlüsselfrage, so der Autor der Aufsätze, sei, ob die Bedrohung nicht größer ist, wenn der Überfluss an Mitteln, der Überfluss an dem, was der Mensch „hat“, weg führt von dem, was der Mensch ist und wer er sein sollte.Wojtyla sieht auch, dass der Mensch sich immer auch „durch andere“ vollzieht. Der Andere ist nicht nur der Andere im Verhältnis zum Ich. Sondern jeder ist zugleich ein anderes Ich. Aufgrund dessen kann jeder zugleich der Nächste sein. Das Liebesgebot der Bibel „du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Mk, 12, 31) weist also in den Augen Wojtylas darauf hin, dass jeder Mensch das Erleben des Anderen als „Ich“ sich als Aufgabe stellen muss. Jeder erlebt sein Menschsein am Anderen und umgekehrt.Ausgehend von einem Zitat C.K. Norwids (Promethidion, Dialog I, 82) - „Denn Schönheit ist dazu da, zu begeistern für das Werk – das Werk, um auferstehen zu lassen“ – erläutert Wojtyla die Wechselwirkung von Kunst und wahrem Mensch-Sein. Die Kraft und Fähigkeit eines zweckfreien Umgangs mit der Wahrheit, dem Guten und dem Schönen erzeugt Werke, die nicht verbraucht werden können. Menschen aller Generationen finden in ihnen das wieder, was in ihnen selbst intransitiv ist. Werke der Kultur leben fort, widersetzen sich dem Tode und beleben Menschen immer wieder neu. Das Intrinsische ist das, was Menschen zu allen Zeiten bewegt. Es sind die Fragen des Sinns des Lebens und der Frage nach dem guten, wahren und schönen Leben.Der Band versammelt Aufsätze und Reden Wojtylas bis zu seinem Pontifikat im Jahre 1978. Die Einleitung von Hanns-Gregor Nissing stellt noch einmal die wichtigsten Punkte der Aufsätze und Reden heraus und zeigt den Denkweg des späteren Papstes auf.

  • Johannes B.
    2019-03-11 05:42

    Sehr schönes und interessantes Buch, jedoch nicht einfach geschrieben. Um alles zu Verstehen ist eine gewisse Grundkenntnis der Philosophie wichtig.