Read Gekochte Steine essen: Kindheitserinnerungen aus der Kriegs- und Nachkriegszeit in Leverkusen /Opladen by Johannes Kube Online

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Die packende Biografie beschreibt die ergreifenden Erlebnisse in der Nazi , Kriegs und Nachkriegszeit in Leverkusen von Johannes Kube Durch Lebenswillen und Tatendrang berlebte er die Zeiten und fand schlie lich die Kraft seine Erinnerungen f r die Nachwelt aufzuschreiben....

Title : Gekochte Steine essen: Kindheitserinnerungen aus der Kriegs- und Nachkriegszeit in Leverkusen /Opladen
Author :
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ISBN : 3940459321
ISBN13 : 978-3940459329
Format Type : EPub
Language : Deutsch
Publisher : Shaker Media Auflage 1., 19 Dezember 2007
Number of Pages : 146 Seiten
File Size : 982 KB
Status : Available For Download
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Gekochte Steine essen: Kindheitserinnerungen aus der Kriegs- und Nachkriegszeit in Leverkusen /Opladen Reviews

  • D. Stebani
    2019-03-22 10:21

    Erneut beschreibt ein deutsches Kriegskind, geb. 1937, seine eigenen angstbesetzten Kindheitserlebnisse im Krieg und in der Nachkriegszeit.Bereits der Titel mit seiner Unvereinbarkeit zeigt tragische, seelische Kindheitsverletzungen. Der Ausspruch "Gekochte Steine essen" stammt von seinem Lehrer der 1. Klasse in der Nachkriegszeit, der einem Schüler eine Ohrfeige nach häufiger Warnung verpasste, weil der ein Stück Brot weggeworfen hatte. J.K. bemerkt dazu: "Das war die einzige körperliche Strafe, die ich als berechtigt empfunden habe.", denn er musste oft ohne Frühstück in die Schule gehen und hätte gern ein Stück Brot geschenkt bekommen.Der Entschluss, diese Kindheitserinnerungen aufzuschreiben und mit einigen Bildern zu verdeutlichen, kam dem Autor 2007 nach einer bewussten "Gedächtnisreise" durch seine Heimatstadt Leverkusen. Vieles war nicht mehr wie von der Kindheit her vertraut. Damit gingen aber dann die Kindheitserinnerungen massiv los. Interessant war mir dabei, dass alles durch ein bewegendes Erlebnis mit einer Weihnachten 1945 von seinem Onkel geschenkten Geige anfing, und wie sie am nächsten Tag wieder verschwunden war, weil der Onkel inzwischen ein lukratives Angebot dafür bekommen hatte. Diese persönlich tief empfundene Enttäuschung eröffnete den Weg der Erinnerung durch alle Erfahrungen im Bombenkrieg. Erinnerungen an die Evakuierung nach Thüringen, den dortigen Besuch der Nazischule, das Flüchtlingsleben der kleinen Familie und das Verstecken in den Wäldern vor den Amerikanern, schließlich die gehetzte Flucht vor den Russen.Nach Kriegsende und dem mühsamen Rückweg ins Rheinland folgten die bitteren Hungerjahre und die Wiedereinschulung, sein zweiter, wenig glanzreicher Start durch den Hunger und die drakonischen Strafaktionen der Lehrer. Sehr eingehend wird über das Verhalten der Lehrerschaft berichtet, die wenig angemessen auf die hungernden, vaterlosen und kriegstraumatisierten Kinder einzugehen vermochte.Man folgt dem Autor gespannt durch alle Phasen seines jungen Lebens, das auch durch die familiäre Einstellung als Sozialdemokraten und bewusste Christen eine besondere Note hatte, weil die Kinder zum Schweigen über diese Einstellung wegen der Gefährdung im Nationalsozialismus angehalten werden mussten.Bei allem sind die Reflexionen des späteren Religionslehrers und Politologen nie belehrend, sondern erhellen vielfach die Hintergründe von besonderen Erlebnissen. Das belastende Fehlen des Vaters, sein besonderes Schicksal als von den Amerikanern endlich entlassener Kriegsgefangener, der bei der Ankunft in Europa von den Franzosen erneut für länger gefangen wurde, ohne dass die Familie Kenntnis hatte, wird mit einigen Feldbriefausschnitten skizziert. Die Mutter ist eine beachtliche, vom christlichen Geist beherrschte Frau, die immer wieder mit Zuversicht in fast ausweglosen Situationen zu hoffen und handeln vermochte. Der Sohn ist davon geprägt, war aber auch nicht immer mit ihrem Legalismus einverstanden, besonders, wenn es um die Nahrungsbeschaffung ging. Da war ihm der Kardinal Frings von Köln entlastend hilfreich. Die kurzen Briefabschnitte zeigen, wie oft die Mutter am Rande aller ihrer Möglichkeiten war und doch nicht aufgab.Die vorangestellte Notiz mit der bibliographischen Information der Deutschen Nationalbibliothek zeigt, dass auch das vorliegende Buch als kostbares Material für die Forschung zur Verfügung steht, speziell für die psychohistorische Forschung, die es erst seit kurzem gibt.(Gekürzter Text von Dr. med. H. Betzendahl, Kiel, Nervenärztin, Psychotherapie, Psychoanalyse)