Read Wappen im Mittelalter by Georg Scheibelreiter Online

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Ob als Staats oder Landeswappen, als Adels oder Familienwappen in vielf ltiger Gestalt begegnen uns Wappen noch heute Seinen Ursprung hat das Wappen im Mittelalter Uniformen im modernen Sinne kannte man noch nicht, und so waren Freund und Feind in der Schlacht nur schwer zu unterscheiden Das Wappen diente hier als Erkennungszeichen und das Banner mit dem Wappen des Anf hrers als Orientierung im Get mmel Im Hochmittelalter entwickelte sich zudem das Turnierwesen, bei dem ein Herold vor dem Kampf den Ritter anhand seines Wappens ank ndigte Das Wappen war mithin Zeichen der Identit t und auch des Besitzes Georg Scheibelreiter beschreibt in diesem opulent bebilderten Band Gestalt, Entwicklung und Bedeutung der Wappen Er erkl rt die Symbolik hinter den Motiven und Farben, die Funktion der Herolde, wo die Wappen angebracht waren und vieles andere mehr....

Title : Wappen im Mittelalter
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ISBN : 9783863120252
ISBN13 : 978-3863120252
Format Type : E-Book
Language : Deutsch
Publisher : Primus in Wissenschaftliche Buchgesellschaft WBG 1 April 2014
Number of Pages : 564 Pages
File Size : 795 KB
Status : Available For Download
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Wappen im Mittelalter Reviews

  • aus-erlesen
    2019-02-18 04:19

    Die ersten Begegnungen mit der Geschichte machen die meisten mit Ivanhoe, Robin Hood und edlen Rittern in ihren hübsch herausgeputzten Rüstungen. Oft erkennt man seinen Turnierfavoriten nur durch das Wappen auf seinem Schild. Doch warum hat er sich genau für dieses Symbol entschieden? Welche Geschichte steckt hinter dem Tier, der Anordnung der Symbole auf dem Schild?Ein Wappen auf einem Schild oder einer Flagge war und ist der Identifikationspunkt unter dem man sich vereinigt (fühlt). Eine stilisierte Lilie weckt in einem Franzosen immer noch andere Gefühle als in einem Norweger, beispielsweise. Georg Scheibelreiter geht in seinem prachtvoll gestalteten Werk diesen Ursprüngen auf den Grund. Er sieht sein Buch nicht als Einführung in die geheimnisvolle Welt der Wappen und Symbole. Vielmehr ist es ein lesenswertes Nachschlagewerk für alle Geschichts- und Kulturinteressierten.Im Mittelalter begann die Geschichte der Wappen sich zu einem festen Bestandteil des Lebens auszuweiten. Noch heute können wir in Museen farbenfrohe Abbildungen von Schlachten und Alltagsszenen bestaunen. Ohne das Wissen um Wappen und deren Bedeutung wären es nur vermummte Krieger auf Pferden in Kampfesposen. Die Wappen verraten uns die Zugehörigkeit zu einem Land, Staat oder Fürstentum. Auf die Schildformen sind unterschiedlich. Da gibt es Tartschen, Rautenschilde und Dreiecksschilde in verschiedenen Ausführungen. Ebenso die Helme.Wer also Ritterfilme in Zukunft mit einem wissenden Auge sehen will, kommt an diesem Buch nicht vorbei. So ganz nebenbei wird der Blick für die Geschichte geschärft. Die bereits erwähnten farbenfrohen Abbildungen sind eine echte Augenweide. Sie erzählen nun genauer die Geschichte des Bildes. Wer wirbt da um Wen? Oder um welche Schlacht handelt es sich bei diesem Bild? Fragen, die in Zukunft einfacher zu beantworten sind. Für jedermann!

  • timediver®
    2019-02-13 11:08

    'Wappen im Mittelalter' ist weder bloßes Bilderbuch noch eine Einführung in die historische Hilfswissenschaft der Heraldik. Univ. Prof. i. R. Dr. Georg Scheibelreiter zeigt in dem großformatigen Band vielmehr auf, auf welche Weise sich das Identitätsbewusstsein des mittelalterlichen Menschen herausgebildet hatte. Entsprechend den Schwerpunkten seiner wissenschaftlichen Arbeiten und Publikationen konzentriert er sich hierbei auf die unterschiedlichsten sozial-, kultur und mentalitätsgeschichtlichen Aspekte. Da die das Leben und die Gesellschaft maßgeblich formende, wie auch symbolische Kraft des 'Wappenwesens' eng mit den Eliten verbunden ist, steht hierbei die höfisch-ritterliche Welt im Vordergrund.Bereits seit dem Altertum war es ein weitverbreiteter Brauch, dass sich Krieger und insbesondere ihre Heerführer an Schilden und Stangen verschiedene Zeichen oder Figuren anbrachten. Während die antiken Griechen Buchstaben und Tiere wählten, besaß jede römische Legion und Kohorte ihre eigenen Symbole und Insignien. Diese bildlichen Elemente auf den Schilden hatten bis ins Mittelalter hinein jedoch vornehmlich eine dekorative und apotropäische (abwehrende) Funktion.Das erste von insgesamt sechs Kapiteln beginnt mit der „frühheraldischen Zeit“, welche mit dem gesellschaftlichen Wandel während des 11. Jahrhunderts einsetzt. Neben dem sich herausbildenden Feudalsystem, den heraufziehenden Kreuzzügen und der Erstarkung von Städten war es vor allem die Veränderung des Namenssystems, die ein Veränderung der adligen Identität herbeiführte. Das eigene Selbstverständnis basierte nicht alleine auf einen oder mehrere mythische und heldenhafte Vorfahren, sondern einer real begründeten agnatischen Linie, welche an primär gewählten Namen der Angehörigen einer Dynastie zu erkennen war. Während bei einigen Geschlechtern diese sogenannten 'Leitnamen' auf die nächste bzw. übernächste Generation tradiert oder gar zu einer Gattungsbezeichnung wurden, nahmen andere Dynastien mit der Zeit die Bezeichnung ihrer Stammburg an. Scheibelreiter beginnt seine Betrachtung identitätsstiftender, unverwechselbarer Zeichen beim frühmittelaterlichen Spangenhelm, dessen jeweilige Besonderheiten jedoch nur von der engeren Gefolgschaft und vom Gegner beim Nahkampf wahrgenommen werden konnten. Während bis ins 11. Jahrhundert hinein, relative kleinflächige Rundschilde benutzt wurden, kam mit den Normannen der mandelförmige hohe Schild auf, welcher sich für große Darstellungen eignete. Vorheraldischer Schildsymbolik, Übergangsformen und Rückfälle zu 'ledigen', bildlosen Hochschilden werden anhand des 'Teppichs von Bayeux', der 'Illustrierten Weltchronik des Otto von Freising', dem 'Hortus delicarium' pp. erläutert. Am Ende dieser Entwicklung wurde der als Relikt angesehene Schildbuckel bestenfalls noch als 'Zierobjekt' in das von Wappentieren geprägte Schildbild einbezogen, wie anhand von 'Reitersiegeln' und prachtvollen Grabplatten verdeutlicht wird.Kapitel zwei setzt die chronologische Entwicklung fort, indem es die Ausbreitung der Wappen in der mittelalterlichen Gesellschaft beschreibt. Während der Schild zum Träger des Wappens geworden war, hatte die einstige Helmzier zwar ihre Bedeutung in der Schlacht verloren, im Turnier jedoch wahre Auswüchse gewonnen. Gleichzeitig kommen Bild- und Wortdevisen, Ordensbänder und Ketten im und am Wappenschild, sowie 'unheraldische' Schildhalter auf. Unterschiedliche Kategorien von Schildzeichen, Schildbildern und Helmzier werden im dritten Kapitel vorgestellt und anhand bis zu einer Buchseite ausfüllenden Beispielen visualisiert. Nachdem sich das vierte Kapitel technisch und handwerklich mit der heraldischen Sprache, Stilisierung und Tinkturen beschäftigt, ist das fünfte Ursprung, Entwicklung aus Aufgaben des Heroldsamtes gewidmet. Gegenstand des letzten Kapitels ist schließlich die sich zeit- oder zweckorientiert wandelnde Wappensymbolik, das Aufkommen von Fabelwappen und der sogenannten 'Neun Helden', die im höfischen Spätmittelalter als idealisierte Vorbilder das verlorenen Helden- und Rittertum verkörperten. Der Autor schließt seine Betrachtungen mit einem kurzen Ausblick, wonach das Wappen mit dem Beginn der Neuzeit als unverwechselbares Zeichen der Identität in den meisten Lebensbereichen von Signet, Signatur, Siegel- und schließlich dem Bildporträt überholt wurde.Eine über deutschsprachige Quellen hinausgehende vierseitige Bibliographie bildet den Abschluss einer anspruchsvollen Präsentation, die mit 5 Amazonsternen zu bewerten ist.