Read Jahrbuch Preussischer Kulturbesitz / Jahrbuch Preußischer Kulturbesitz: Band XLIX (2013) by Stiftung Preußischer Kulturbesitz Online

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Die Stiftung Preu ischer Kulturbesitz ist ein weltweit einzigartiges Ensemble von Museen, Archiven, Bibliotheken und Forschungsinstituten Ihre Einrichtungen verbinden sparten bergreifend Kunst und Kultur mit Wissenschaft und Forschung Im Jahr 2013 fand neben der Grundsteinlegung f r die James Simon Galerie auf der Museumsinsel Berlin auch die Wiederer ffnung des erweiterten Museum Berggruen statt Nachzulesen ist auch das Positionspapier der SPK zur Zukunft der Museumslandschaft Die Rede des Pr sidenten der Stiftung zur Grundsteinlegung f r das Humboldt Forum verdeutlicht den hohen Anspruch an das derzeit gr te Kulturprojekt Deutschlands weitere Beitr ge geben einen Einblick in die aktuelle Konzeptionsarbeit daf r Ebenfalls aufgegriffen das hoch aktuelle Thema Digitalisierung von Kulturg tern 2013 hat die Stiftung eine Empfehlung zum Umgang mit Open Access verabschiedet, die im aktuellen Band abgedruckt ist Besonders lesenswert auch ein Beitrag zur politischen Baugeschichte der Staatsbibliothek am Kulturforum....

Title : Jahrbuch Preussischer Kulturbesitz / Jahrbuch Preußischer Kulturbesitz: Band XLIX (2013)
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ISBN : 3786127255
ISBN13 : 978-3786127253
Format Type : Hardback
Language : Deutsch
Publisher : Mann, Gebr Auflage 1 1 Januar 2015
Number of Pages : 197 Pages
File Size : 888 KB
Status : Available For Download
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Jahrbuch Preussischer Kulturbesitz / Jahrbuch Preußischer Kulturbesitz: Band XLIX (2013) Reviews

  • Yvonne de Andrés
    2019-01-24 05:14

    Das Jahr 2013 war für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz ein großes und erfolgreiches. In ihrem Jahrbuch findet sowohl ein Rückblick als auch ein Ausblick in die zukünftigen Aufgaben statt.Seit über 150 Jahren bemüht sich die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, den Nachlass von Alexander von Humboldt weiter zu vervollständigen. Mit dem Jahrhundertkauf der „Amerikanische Reisetagebücher" ist ein beeindruckender Coup gelungen. Dies war durch das finanzielle Engagement von öffentlicher und privater Seite möglich. "Aufbruch in Neue Welten": Von 1799 bis 1804 verfasste der neunundzwanzigjährige Humboldt seine Tagebücher auf seiner Reise durch Mittel- und Südamerika. Seine Forschungsreise, begleitet von dem französischen Botaniker Aimé Bonpland, war auf die wissenschaftliche Erkenntnis ausgerichtet. Die „Amerikanischen Tagebücher“ gelten in ihrem Erkenntnisgewinn als zweite Entdeckung Amerikas. Humboldt erfasste, vermaß, verglich und beschrieb Tiere, Pflanzen, Topografien, Gestirnkonstellationen und alles, was einen Universalgelehrten interessieren konnte. „Es ist fast unmöglich, am Tageslicht zu schreiben; man kann die Feder nicht ruhig halten, so wütend schmerzt das Gift der Insekten“, berichtet Alexander von Humboldt. Die Erwerbung ist für die Stiftung ein Glück. Dieser Zugang versinnbildlicht die veränderte Akzentuierung der Stiftungstätigkeit hin zu einem wahrhaft global ausgerichteten Wissensspeicher und -vermittler.Weitere wichtige Höhepunkte 2013 waren die festliche Eröffnung der neuen Lesesäle im Haus Unter den Linden, die Grundsteinlegung für das Eingangsgebäude zur Museumsinsel und die Grundsteinlegung des Humboldtforums auf der Baustelle der Schlossreplik. Hermann Parzinger führt aus: „Denn parallel zur äußeren Gestalt nimmt auch das Konzept für das, was sich später einmal im Inneren abspielen wird, konkrete Formen an. Grundlegend bei der inhaltlichen Planung ist die Orientierung an aktuellen Fragestellungen einer globalisierten Welt sowie eine Multiperspektivität im Umgang mit den Sammlungsbeständen.“ Das Humboldt Lab Dahlem, eine Art „Probebühne“ und Ort für Denkanstöße, beschäftigt sich bereits mit neuen Darstellungsformen für außereuropäische Kunst und Kultur.Es geht aber auch darum, sich dem zweiten großen Standort der Stiftung, dem Kulturforum, zu widmen. Hohe Priorität haben der geplante Neubau eines Museums am Kulturforum für Kunst des 20. Jahrhunderts und die Instandsetzung der Neuen Nationalgalerie von Mies van der Rohe durch David Chipperfield Architects.Martin Hollenders Beitrag „Die Staatsbibliothek am Kulturforum“ beschäftigt sich sehr spannend mit der intensiven Diskussion der politischen Baugeschichte der Staatsbibliothek. In den frühen Sechzigern sollte die Errichtung der westlichen Staatsbibliothek ein Zeichen gegen die Mauer setzen. Stadtplanerisch zukunftsorientiert sollte es ein Gegenbild zur sozialistischen Staatsbaukunst der DDR sein. Bei der Planung 1962 sollte durch die Wahl des Standortes, der Größe, Bedeutung und nicht zuletzt durch die Auswahl des Architekten der Wettstreit der politischen Systeme klar entschieden werden. Conrad Oehlrich hielt fest: „Nicht ausgerechnet im unfreien Osten sollte die größte deutsche Bibliothek – Sinnbild des uneingeschränkten forschenden Geistes – beheimatet sein, sondern im Kampf der Bibliotheksgiganten sollte West-Berlin der Sieger im Wettbewerb mit Ost-Berlin werden.“ Auch die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit spielte eine wesentliche Rolle. Die Speer-Planung der „Welthauptstadt Germania“ wurde auf der zentralen Nord-Süd-Achse „überbaut“. Ein neues demokratisches „kulturelles Kraftfeld“ wurde hier am Kulturforum geplant. Hans Scharoun wurde 1964 mit dem Entwurf der Staatsbibliothek beauftragt. Hollender schreibt: „Die politische Symbolik der Architektur sprang dem in ideologischen Kategorien denkenden Betrachter der Sechzigerjahre sogleich ins Auge.“ Timothy Garton Ash hält fest: „Hans Scharoun deklamierte nicht alleine eine Demokratisierung der Architektur, sondern er setzte seinen Widerstand gegen den stromlinienförmig vermassenden Kollektivismus des Nationalsozialismus wie des Stalinismus in Bauformen der sperriger Eigenwilligkeit und der bewusst herbeigeführten Asymmetrie und Niveauunterschiedlichkeit um.“ Der Beitrag zeigt auf, wie viele politische Überlegungen es beim Bau der Staatsbibliothek und der Auswahl dieses Baugrundstückes gab. Vierzehn Jahre Baugeschichte folgen bis zum Dezember 1978. Verzögerungen, Kostensteigerung und ein Großprojekt, was fast die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in eine finanzielle Notsituation brachte. Hollender interpretiert die politischen Implikationen des Gebäudes: „Die großzügige Verglasung des Lesesaals wie auch seine Weite, die Raumbegrenzungen kaum erkennen lässt, sind ebenfalls als symbolische Hinweise auf die in diesem Haus zugelassene Gedankenfreiheit, auf die weltanschauliche Freizügigkeit und die ideologiefreie Transparenz der bibliothekarischen Arbeit zu verstehen.“Zahlreiche Beiträge beleuchten das Tätigkeitsspektrum der Stiftung. Jörn Grabowski schreibt über die Staatlichen Museen zur NS-Zeit, Martin Warnke über Rembrandts Bild „Der Mann mit dem Goldhelm“, Britta Bommer und Joachim Brand über die Digitalisierung von Auktionskatalogen als Quellen für die Provenienzforschung, Carola Pohlmann über die Neuerwerbung des Nachlasses von Otfried Preußler, das Rathgen-Forschungslabor, das sein 125-jähriges Jubiläum feierte und heute mit modernsten Methoden unterschiedlichste naturwissenschaftliche Fragen zu Kunstwerken und deren Bewahrung klärt oder die gemeinsame Aufklärung von Kriegsverlusten mit russischen Museen. Die Stiftung hat erneut ein stattliches, hochinteressantes Jahrbuch herausgegeben. Ein großes Lesevergnügen für Kulturinteressierte.