Read Das Konfessionelle Zeitalter: Europa zwischen Mittelalter und Moderne. Kirchengeschichte und Allgemeine Geschichte by Harm Klueting Online

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Harm Klueting legt mit diesem Band ein neues Standardwerk ber das Konfessionelle Zeitalter vor Gegenstand seiner breit angelegten berblicksdarstellung sind die Allgemeine Geschichte sowie die Kirchen und Fr mmigkeitsgeschichte Europas einschlie lich Osteuropas vom 14 Jahrhundert mit Verbreitung der Pest ab 1348 bis zum Beginn der Aufkl rung an der Wende vom 17 zum 18 Jahrhundert Klueting verfolgt gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Entwicklungslinien im Europa jener Zeit Durch die Einbeziehung von Russland und dem Osmanischen Reich, von Orthodoxie und Islam greift die Darstellung ber den europ isch konfessionellen Horizont hinaus....

Title : Das Konfessionelle Zeitalter: Europa zwischen Mittelalter und Moderne. Kirchengeschichte und Allgemeine Geschichte
Author :
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ISBN : 3534205774
ISBN13 : 978-3534205776
Format Type : PDF
Language : Deutsch
Publisher : wbg Academic in Wissenschaftliche Buchgesellschaft WBG Auflage 1 Auflage 2007 1 September 2015
Number of Pages : 281 Pages
File Size : 874 KB
Status : Available For Download
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Das Konfessionelle Zeitalter: Europa zwischen Mittelalter und Moderne. Kirchengeschichte und Allgemeine Geschichte Reviews

  • M. Schneider
    2019-02-26 09:24

    Ich habe mir das Werk aufgrund einer Empfehlung unseres Dozenten an der Uni zum Themenkomplex "Reformation und konfessionelles Zeitalter" besorgt.Zunächst gilt es hervorzuheben, dass es sich hierbei um das einzig (mir bekannte) Standadwerk zum Thema handelt, welches die Reformation als ein gesamteuropäisches Phänomen zu deuten sucht ohne sich dabei primär auf das Reich zu konzentrieren.Einführend unternimmt der Autor den Versuch, die Zeitspanne der Reformation und des folgenden konfessionellen Zeitalters genau zu definieren, wobei v. a. die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts als gesamteuropäische Umbruchsphase beschrieben wird (Fall Konstantinopels 1453, Ende des Hundertjährigen Krieges, Ende der Reconquista in Spanien, etc. ...), und die bis ins 14. Jahrhundert zurückreichenden Wurzeln der Reformation genauer erläutert werden (v. a. Kirchenschisma, gesellschaftliche Umbrüche infolge der Pest, Kirchenreformbewegung, etc. ...). Die Reformation wird somit nicht als ein einmaliges, plötzlich aufgetretenes Ereignis, welches einen epochalen Bruch bewirkte begriffen, sondern als ein langwieriger Prozess, der sozusagen als Katalysator einer schon lange zuvor begonnenen Entwicklung zum Durchbruch verhalf; Reformation und konfessionelles Zeitalter werden als eine Schwellenperiode zwischen Mittelalter und Neuzeit, also von ca. 1300 bis 1700 beschrieben.In einer sozusagen dialektischen Wechselbeziehung verhalf die Reformation so den schon lange vorhandenen innerkatholischen Reformkräften zum Erfolg, wobei dieser zu einer Verfestigung der Glaubensspaltung und infolge der Konkurrenz unter den Konfessionen zu einer strengen Abgrenzung voneinander und somit zum Prozess der "Konfessionalisierung" führte.Da Religion im frühmodernen, sich erst noch ausbildenden Staat ein durch und durch politisches Thema ersten Ranges darstellte und konfessionelle Gensätze meist auch politische widerspiegelten, musste die Glaubensspaltung ein erhebliches Konfliktpotenzial bergen.Durch die dialektische wechselseitige Beziehung der "Konfessionalisierung" der Politik und der "Politisierung" der Konfession musste allerdings letztlich als Synthese die Säkularisierung hervortreten, um die so ausgelösten Spannungen zu überwinden und die politische Ordnung auch weiterhin zu gewährleisten (siehe die Beispiele "Edikt von Nantes" 1598 in Frankreich als Reaktion auf die Hugenottenkriege oder den "Westfälischen Frieden" 1648 im Reich).Als letztes folgt die Überleitung vom konfessionellen Zeitalter hin zu dem der Aufklärung, welches u. a. durch das Scheitern aller konfessionell bestimmten Machtpolitik (Verlust Spaniens der Hegemonie, Westfälischer Friede, Scheitern der Expansionspolitik Ludwigs XIV., ...), aber auch den Fortschritt in den Naturwissenschaften erklärt wird.Bei all dem merkt man immer wieder, dass Herr Klueting auch Professor für Theologie ist, da ein deutlicher Schwerpunkt auf der Konfessions- oder Kirchengeschichte liegt, was dem Fachfremden manchmal befremdlich anmuten mag.Trotzdem wird dem interessierten Leser hier viel informatives Wissen zur konfessionellen Epoche in einem noch dazu gut leserlichen und verständlichen Stil vermittelt, ohne sich allzu sehr in den Details zu verzetteln. Sehr gut geeignet, um sich einen Überblick über die Epoche zu verschaffen oder später einmal nachzuschlagen.Im großen Ganzen also ein sehr empfehlenswertes Buch!

  • Alfred Wollmann
    2019-02-25 04:45

    Das Buch des durch zahlreiche Publikationen hervorgetretenen und an den Universitäten Köln und Fribourg lehrenden Theologen, Historikers und Slawisten Harm Klueting behandelt die europäische Geschichte der frühen Neuzeit, wobei eine betont gesamteuropäische Perspektive angestrebt und auch eingehalten wird. Unter dem Terminus "Konfessionelles Zeitalter" versteht man den Zeitraum von ca. 1520 bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts (1648/59), wobei sich die Ausläufer noch bis in die Anfänge des 18. Jhs. erstrecken. Er wurde u.a. von Ernst Walter Zeeden und Wolfgang Reinhard geprägt, die die auf Ranke und Ritter zurückgehende und von den spezifisch deutschen Verhältnissen geprägte Periodisierung ("Zeitalter der Reformation" bis zum Augsburger Religionsfrieden 1555 und folgend das "Zeitalter der Gegenreformation") als unbefriedigend verwarfen. Chronologische und terminologische Fragen und Abgrenzungsprobleme werden einleitend im Kapitel "Der undeutliche Anfang der Neuzeit" (S. 22-33) erörtert (zum Begriff katholische Reform und Gegenreformation S. 137f.). "Die Reformation wird in den Kontext ihrer nahezu zweihundertjährigen Vorgeschichte der kirchlichen Reformbestrebungen gestellt. Der Laie, der die Anfänge mit Luther und dem Thesenanschlag vermutet, wird eines Besseren belehrt. Die Luthersche Reformation sollte vielmehr als ein Höhepunkt einer langen Reformbewegung und gewissermaßen als "eine aus dem Rude gelaufene Ordensreform" verstanden werden (S. 144).Der Schwerpunkt der Darstellung liegt auf der Kirchen- und Theologie-Geschichte, wobei jedoch auch die Herausbildung des europäischen Staatensystems ausführlich und die materiellen Rahmenbedingungen (Geographie, Klima, Wirtschaftsgeschichte) in Grundzügen berücksichtigt werden.Das Buch gliedert sich in fünf große Kapitel: 1. "Raum und Zeit"; 2. "Die zwei Jahrhunderte vor der Reformation"; 3. "Der Kulminationspunkt von zwei Jahrhunderten voller Reformstreben" (Katholische Reform, Luther, Zwingli, Frankreich, Erasmus); 4. Konfessionelles Zeitalter (Das reformatorische Europa, Das katholische Europa und die Welt, Das orthodoxe Europa, Staatensystem); 5. "Vom Konfessionellen Zeitalter zum Zeitalter der Aufklärung" (Westfälischer Frieden und die Politik unter konfessionellen Vorzeichen, Magie, Atheismus, "Scientific Revolution", Irenik, Anfänge der Aufklärung).Die Stärken des Buches liegen zweifellos in der Kirchengeschichte und in der Darstellung der Entwicklungen in Osteuropa und Rußland, Nordeuropa und der Iberischen Halbinsel. Die Abschnitte über die Marranen und Morisken in Spanien, die Raskolniki in Rußland, die Christianisierung der Philippinen und die Christenverfolgungen in Japan und die Akkomodation sind informativ, verdienstvoll und in den üblichen Gesamtdarstellungen oft so nicht zu finden. Die verschiedenen Strömungen im reformatorischen Europa wie Anglikanismus, Täufertum, Reformiertentum sowie die katholischen Orden werden ausführlich charakterisiert. Das Kapitel "Das katholische Europa und die Welt" in Teil IV (S. 262-331) zählt meines Erachtens zu den besten und gelungensten Teilen des Buches. Wer etwas über das Konzil von Trient, die katholischen Orden wie die Jesuiten, Karmeliten und die spanischen Mystiker (Teresa von Avila, Johannes vom Kreuz), die Verhältnisse in Italien (Carlo Borromeo, das Papsttum), auf der iberischen Halbinsel, in Frankreich (Gallikanismus) und in Polen (Union von Brest) erfahren will, wird hier auf relativ knappem Raum solide informiert. Daß die Reformation eine lange Vorgeschichte hatte und diese nur in einem entwicklungsgeschichtlichen Kontext der Reform zu verstehen ist, zeigt der Verfasser sehr gut. Deutlich wird auch die paneuropäische Tendenz zur Verstaatlichung der Kirche und zum Staatskirchentum. Die Herausbildung des Staatensystems wird in Grundzügen gut geschildert, wenngleich zu fragen ist, ob es nicht besser gewesen wäre, die über das ganze Buch verteilten kurzen Einzelkapitel über das Staatensystem und die Diplomatiegeschichte in einem einzigen zusammenzufassen und in einem Zug darzustellen (S. 70-78 Das Ende des 100jährigen Krieges, Das Haus Österreich; S. 175-82 Mächte und Staatensystem in der Zeit Karls V.; S. 339-46 Staatensystem und europäische Politik 1559-1648/59; S. 352-59 Politik unter konfessionellen Vorzeichen). Daß der Autor umfassende sprachliche Kompetenz hat, zeigen die durchwegs angegebenen fremdsprachigen Fachtermini und die andernorts selten anzutreffende Verwendung der korrekten slawischen Transkription.Eine angemessene Würdigung des Buches gestaltet sich dennoch schwierig, da nicht ganz klar wird, welches Ziel der Autor verfolgt bzw. für welches Zielpublikum die Darstellung geschrieben wurde. Die komplizierte 17jährige Entstehungsgeschichte des Werkes, die der Autor in seinem Vorwort beschreibt, läßt vermuten, daß ursprünglich ein ganz anderes Werk intendiert war als jetzt vorliegt. Das Manuskript war auf ca. 900 Seiten angelegt und mußte für die Ausgabe des Primus-Verlages auf 347 Seiten Text kondensiert werden. Der Band wird abgeschlossen mit einem kurzen Anmerkungsteil, einem Literaturverzeichnis und einem sehr brauchbaren Personenregister. Ob die wohl Platzeinsparungsgründen geschuldete Praxis, einmal angeführte Autoren nur im Anmerkungsteil zu referieren und nur mehrfach zitierte Autoren bzw. allgemeine Werke ins Literaturverzeichnis aufzunehmen, sinnvoll ist, mag bezweifelt werden. Ein Band mit umfangreichen Anmerkungen und vollständiger Literatur erschien gesondert in einem anderen Verlag (LIT Verlag Münster in der Reihe Historia profana et ecclesiastica, 17). Daß das Werk ursprünglich im wesentlichen Handbuchcharakter hatte, läßt sich nicht verleugnen. Der jetzt vorliegende stark gekürzte Band wird zwar auf dem Klappentext als "Standardwerk" angezeigt, will vermutlich aber mehr den "general reader" ansprechen, obwohl auch das nicht ganz gelingt. Die Neigung des Verfassers zu sehr langen Sätzen und einige stilistische Unebenheiten gestalten die Darstellung mitunter langatmig. Ein intensiveres Lektorat hätte dies wie auch einige Druckfehler beseitigen können (S. 68 Z. 15 [fehlt] Tunis; S. 109 Z. 22; S. 208 Z. 13; S. 213 Z. 38; S. 304 Z. 4; S. 315, Z. 11; S. 321 letzte Z.; S. 332 Z. 3).Insgesamt hinterläßt das Buch einen sehr zwiespältigen Eindruck. Die Leistung des Verfassers, diesen ungeheuer dichten und komplizierten Stoff, den er zweifellos beherrscht, in eine - wenn auch mitunter spröde - handbuchartige Darstellung zu transformieren, verdient große Anerkennung. Dennoch scheint mir über die Organisation des Materials hinaus der spezifische Beitrag Kluetings oft schwer erkennbar. Das Buch enthält Vieles, was man genauso oder genauer in anderen Handbüchern, auch älteren Datums, nachlesen kann. Bei den theologischen Schriften werden viele Titel und Autoren aufgezählt (so z.B. der Abschnitt über scholastische und mystische Theologen in Spanien S. 294 ff.), die für die große Argumentationslinie nicht wesentlich sind und die der Interessierte jederzeit woanders nachschlagen kann. Daß hier die Leidenschaft des Kirchenhistorikers durchschlägt ist unverkennbar. Umgekehrt merkt man daß die Wirtschaftsgeschichte dem Autor fremd ist und er sich auf Angelesenes beschränkt. Dementsprechend langatmig und nicht frei von Platitüden sind die Ausführungen zur Bevölkerungsgeschichte und zu den "materiellen Lebensverhältissen" (S. 35-62, "das Leben war von materieller Unsicherheit geprägt" S. 50). Vor allem bei der Bevölkerungsentwicklung hätte man mit wenigen Graphiken mehr erreichen können, wie überhaupt das Buch zwar eine an sich entbehrliche einundfünfzigseitige einfache Zeittafel, aber keine einzige Graphik oder Karte enthält. Den radikalen Kürzungen scheint auch ein durchaus wünschenswertes abschließendes Resumee zum Opfer gefallen zu sein, so daß das Buch abrupt mit einem Zitat des Verfassers aus einem anderen Werk über den Charakter der katholischen Aufklärung endet.Bei aller Anerkennung scheint mir der eingeschlagene Mittelweg zwischen Handbuch und Allgemeindarstellung mißlungen zu sein, wobei der Verdacht nicht von der Hand zu weisen ist, daß hierfür auch verlagsseitige Zwänge eine wesentliche Rolle spielten, die ein magnum opus in die Kategorie eines historischen Fachbuches herunterstuften. Der Spezialist wird nichts Neues finden und der "Normal-Leser" und Laie dürfte die großen Linien inmitten einer Vielzahl von Fakten, Namen und Buchtiteln nur schwer erkennen. Gerade ihm dürfte schwer zu vermitteln sein, warum er ausgerechnet Kluetings Buch lesen sollte. Ich habe als Ergänzung meiner Lektüre das denselben Zeitraum behandelnde vorzügliche Taschenbuch von Herbert Smolinsky, "Kirchengeschichte der Neuzeit 1" (letzte Auflage Patmos Verlag 2006) herangezogen. Obwohl beide Bücher nicht direkt vergleichbar sind, dürfte letzteres gerade für den "Einsteiger" zum Verständnis viel geeigneter sein. Zur Vertiefung von einzelnen Aspekten und Episoden ist Kluetings Werk aber durchaus zu empfehlen, wobei Klueting selbst für die Auseinandersetzung mit der aktuellen Forschung auf den erwähnten separaten Anmerkungsband verweist. Man möchte dem Verfasser wünschen, daß er für eine zweite Auflage einen Verlag findet, der sein Handbuch ohne entstellende Einschränkungen verwirklicht. Ferner würden wir uns von ihm eine ganz knappe Einführung wünschen, die sich nur auf die großen Entwicklungstendenzen konzentriert.