Read Die Suche nach der letzten Zahl by Juri Rytchëu Online

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Im Jahre 1918 sticht Roald Amundsen in See, um den Nordpol zu bezwingen Vor der tschuktschischen K ste bleibt sein Schiff im Eis stecken Im Polarnebel zeichnen sich die Umrisse einer kleinen Siedlung ab Wer sind die Bewohner, wie werden sie die Expedition empfangen Der gemeinsame Winter ver ndert die Forscher ebenso wie die Einheimischen Kagot, der Schamane, l sst sich von Amundsen als Koch anheuern Er beginnt zu lesen, zu rechnen, die Maschinen zu ffnen, sein unstillbarer Erkenntnisdrang droht ihn aus der Bahn zu werfen Amundsen muss ihn entlassen, aber er macht die Erfahrung, dass er in Kagot einen Bruder gefunden hat, mit dem er den Forschergeist, die Suche nach dem Absoluten und auch eine tiefe Schuld teilt.Diese tschuktschischen Monate haben in Amundsens Tageb chern ihren Niederschlag gefunden Aber Juri Rytch u kennt auch die berlieferungen und Erfahrungen seiner Vorfahren ber die seltsamen Fremdlinge von damals Was bisher eine Episode unserer westlichen Wissenschaftsgeschichte war, hat er zu einem heiteren und fesselnden Epos ber die Begegnung von Zivilisationen gemacht....

Title : Die Suche nach der letzten Zahl
Author :
Rating :
ISBN : 3293200958
ISBN13 : 978-3293200951
Format Type : EPub
Language : Deutsch
Publisher : Unionsverlag Auflage 6 1 August 1997
Number of Pages : 352 Seiten
File Size : 864 KB
Status : Available For Download
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Die Suche nach der letzten Zahl Reviews

  • schmechi
    2019-04-15 04:47

    Roalds Amundsen und seine Crew überwintern während seiner Arktis-Expedition zur Erforschung der Nordostpassage in der Tschaun-Bucht nahe einer tschuktschischen Siedlung. Diese wird von Abgesandten der Bolschewisten besucht, welche die Botschaft vom Sieg der Oktoberrevolution in die entlegensten Gegenden Sibiriens hinaustragen, sodass es im arktischen Winter 1919/20 zu einem Zusammentreffen der Zivilisationen kommt. Tschuktschische Mythologie und Tradition trifft dabei auf bolschewistische Ideologie und westliche Zivilisation.Im Mittelpunkt steht der Schamane Kagot, der seinen Platz in der sich verändernden Welt sucht und glaubt, diese anhand der - von ihm eben erst erlernten - Mathematik erklären zu können.Rytchëu, selbst Tschukschte, liefert einmalige Einblicke in die tschuktschische Kultur und legt eine flüssige Geschichte vor. Doch der spannende Zusammenstoß der Zivilisationen am Scheideweg der Geschichte verliert sich letztlich in fast schon plumper Verherrlichung des Bolschewismus und seiner Ideale, welche Rytchëu als regimetreuen Nationalliteraten ausweist und eine realistische, literarisch wertvolle Auseinandersetzung zur Frage kultureller Antagonismen verhindert.

  • Rennmaus
    2019-03-28 05:40

    ich fand die Beschreibung des Volkes und ihrer Lebensumstände sehr interessant!auch die Einbindung der norwegischen Expedition unter Amundsen in die Geschichte, das Aufeinandertreffen zweier Kulturen, ist hervorragend.

  • frodo baggins esq.
    2019-04-06 05:46

    von den büchern rytcheus, die ich bisher das vergnügen hatte zu lesen, das wohl dichteste.das entwickeln einer beziehung, die von vorurteilen geprägt beginnt und mit dem vollständigen annehmen von lebensumständen endet, die dem protagonisten anfangs fremder nicht sein können wird auf einfühlsame weise erzählt, nachvollziehbare rückschläge, kulturelle wie auch tiefgehend zwischenmenschliches, wir erleben konflikte zwischen althergebrachter lebensweise und dem einfluss des von gewinnstreben getriebenen weissen mannes.vor allem aber fühlt man das buch, erlebt es, versinkt in der sprache.klare empfehlung.

  • Regina (Media-Mania)
    2019-04-19 10:30

    Eine indigene Kultur soll mit den "Segnungen" europäischer Zivilisation vertraut gemacht werden: Dies plant die Sowjetregierung 1919 in Bezug auf die Tschuktschen, einem seinerzeit wie heute nur etwa zwölftausend Personen umfassenden Volk, und schickt Lehrer und Dolmetscher in das unwirtliche Gebiet im äußersten Nordosten.Der Schamane Kagot freilich hat mit einem "Mitbringsel" der Europäer oder Nordamerikaner, die zuvor bereits zu Handelszwecken in regem Kontakt mit den Tschuktschen standen, seine Erfahrungen gemacht, hat er doch in seinem Heimatdorf viele Mitbewohner und vor allem seine geliebte Frau an eine sonderbare Krankheit, die Masern, verloren. Mit seiner kleinen Tochter verlässt er die Stätte seines privaten Unglücks und lässt sich in einer gerade einmal drei Behausungen großen, anderen Siedlung nieder.Kagot ist bereits auf einem amerikanischen Schoner zur See gefahren, sodass ihn weder die Ankunft des russischen Lehrers noch jene des Polarreisenden Amundsen allzu sehr verblüffen kann. Amundsen stellt Kagot als Koch ein, und dieser wird von Mitgliedern der Expedition in Lesen, Schreiben und Mathematik unterrichtet. Von da an ist er besessen von der Aussicht, die größte, die letzte Zahl zu entdecken. Und Amundsen erkennt in dem von seiner neuen Passion Umgetriebenen ein Stück weit sich selbst wieder.Als Aufhänger dient dem Autor, der als erster Schriftsteller seines Volkes gilt, eine - offensichtlich wahre - Begegnung mit Kagots Enkelin in Dänemark. Daraus entsteht eine fesselnde, Amundsens Originalaufzeichnungen einbeziehende Geschichte, die den mitteleuropäischen Leser tief in eine ihm bis dato fremde Welt eintauchen lässt. (Es sei denn, er hat bereits weitere Bücher von Rytchëu gelesen, die in deutscher Übersetzung ebenfalls im Schweizer Unionsverlag erschienen sind.)Forschungsreisende aus Norwegen, idealistische Bolschewiki aus Petrograd und zwischen ihnen ein knappes Dutzend Tschuktschen, die zu loyalen Sowjetbürgern erzogen werden sollen und sich darüber wundern, dass in Russland anders als bei ihnen Güter und Essen offensichtlich bislang nicht gerecht unter allen Mitgliedern der Gemeinschaft aufgeteilt wurden - dieses Aufeinandertreffen beschreibt Rytchëu einfühlsam und bisweilen nicht ohne eine gewisse Situationskomik. Natürlich verstehen die Tschuktschen auch Amundsens Motivation zu seiner Reise nicht. Rytchëu, dessen Vater Jäger und dessen Großvater Schamane war, vermag es, sein Volk als respekt- und schutzwürdig in seiner Individualität darzustellen, ohne in verlogener Nostalgie zu schwelgen. Dass er sich der sowjetischen Zensur fügen musste - das Buch erschien in der Sowjetunion im Jahr 1986 -, lässt sich nicht immer übersehen, dennoch gelingt Rytchëu eine sensible und glaubwürdige Darstellung der Begebenheiten im frühen 20. Jahrhundert, und das mittels einer sehr spannenden und berührenden Geschichte.Ganz klare Empfehlung!